Ein Nachklang von Sabine Petersen Herr Beske stellte die fünf Grundbedingungen für ein gutes
Gesundheitssystem dar: 1. 1. Krankheit
darf für niemanden zur finanziellen Katastrophe führen 2. Alter darf nicht zum Leistungsausschluss führen 3. Gewährung relativ wohnortnaher Versorgung 4. Freie Arztwahl 5. Medizinischer Fortschritt für alle Der demographische Wandel im Zusammenhang mit dem enormen
medizinischen Fortschritt erfordert Priorisierung und Rationierung des
Leistungskataloges der GKV. So knapp und überzeugend auf den Nenner gebracht,
wirken die Ausführungen von Herrn Beske schockierend. Wie gehen wir Versicherte und Patienten damit um? Es bleibt
nur dann ein schwer verdaulicher Brocken, wenn man sich das Ganze unter
heutigen Bedingungen vorstellt: Finanzkräftige Konzern-Lobby-Gruppen handeln
sämtliche Entscheidungen unter sich aus, einseitige Ausrichtung der
medizinischen Welt auf „Lebenretten“ und Vernachlässigung von „Lebensqualität
trotz Krankheit“, Ausschluss von Patienten und Versicherten an allen
Entscheidungsprozessen. Alles wird möglich, wenn wir, d.h. Versicherte und Patienten
teilnehmen an den dafür nötigen Diskussionen, wenn wir durch Verständnis und
Gespräch in einem offenen und transparenten Prozess zu Entscheidungen für oder gegen bestimmte medizinische
Leistungen kommen. Das war die Stimmung
der 100 Teilnehmer nach der lebhaften
Diskussion. Aber sowohl Prof. Beske als auch die Teilnehmer beklagten, dass
genau diese öffentliche Diskussion nicht existiert, ja, eigentlich wird alles
getan, um sie zu vermeiden. Stattdessen werden uns Heilsversprechungen und
neoliberale Privatisierungs- und Effizienzsteigerungs-Phantasien vorgegaukelt,
womit die GKV stabilisiert werden könne. Immer wieder wird über unsere Köpfe
hinweg entschieden. Mit unserem Kreuzchen am 27. September scheinen die
Politiker nun zu wissen was wir wollen und brauchen uns nun nicht mehr zu
fragen. Das wollen wir aber ändern!!! Wir sind die Versicherten und Patienten, denen dieses System
dienen soll. Wir versuchen nun seit Monaten dieses Gesundheitssystem zu durchschauen,
wir sind engagierte Bürger. Ein Volksvertreter müsste eigentlich ein Interesse
daran haben, mit uns in einen offenen Dialog zu treten. Daher sollten wir in absehbarer Zeit unseren
neuen Minister für Arbeit, Soziales und Gesundheit, Herrn Dr. Heiner Garg
einladen. Herr Beske hat uns gerade für derartige Aktionen
nachdrücklich den Rücken gestärkt und aufgefordert, nicht nachzulassen in einen
offenen Dialog mit allen Verantwortlichen zu treten. Es kommt auf jede freie
Individualität an, die jetzt zum Handeln bereit sein will. Herzlichen Dank, Herr Professor Beske, für diesen Abend
voller Fakten, geschichtlicher und politischer Überblicke, Einblicke und
Weitblicke. 10. Bürger-Patienten-Treff
Kliniken im Angebot - Der Privatisierungs-Fluch
Was verändert sich, wenn Kliniken von privaten Investoren betrieben werden...
Was bedeutet Privatisierung für finanzschwache Kommunen...
Wie ist der Stand der Privatisierung in Schleswig-Holstein...
Trotz Eis und Schnee trafen sich viele Bürger-Patienten um sich über die derzeitige Privatisierungswelle im deutschen Gesundheitsmarkt zu informieren. Allgemein herrschte ungläubiges Staunen darüber, wieviele Kliniken in Schleswig-Holstein bereits privatisiert sind, bzw. unter einem externen Management geführt werden. Die bange Frage steht im Raum wie man verhindern kann, dass einige wenige Klinik-Konzerne sich den Markt aufteilen und dann Preise und sämtliche Bedingungen diktieren können.
Hier die PowerPoint Präsentation als PDF
9. Bürger-Patienten-Treff
Patienten-Organisationen - Wer vertritt wirklich die Anliegen der Versicherten und Patienten?
Vom den Patienten-Ombudsleuten über die Verbraucherzentralen bis zur "WeißenListe" von Bertelsmann...
Ehrenamtliche Helfer vorort unterstützen mit Engagement einzelne Patienten, aber wer vertritt uns wirklich politisch?
Gibt es jemanden der nicht um Projektmittel bangt, der offensiv und ohne Abhängigkeiten die Position der Versicherten und Patienten vertreten kann?
Eigentlich nicht! Wir haben den Eindruck, dass nur der bundesweite Verein "Bürger-Schulterschluss e.V. " diese Voraussetzungen hat.
Hier die PowerPoint-Präsentation als PDF
Wunschpunsch beim 8. Bürger-Patienten-Treff im Dezember
32 Aktive versammelten sich um ihren Wunschzettel an die Politiker zu schreiben.
Aber zunächst fasste Sabine Petersen die bisherigen Aktivitäten der Initiative Schulterschluss-Kiel zusammen. Dabei wurde intensiv über das zukünftige Vorgehen diskutiert. Manche wünschen sich eine viel radikalere Betrachtung der bestehenden Verhältnisse, da man den Eindruck haben kann, dass das gesamte System (nicht nur das Gesundheitssystem ist hier gemeint) am Ende sei, und man sich auf ganz neue Gedanken und Verhältnisse einlassen müsste, und die auch quasi denken lernen müsste.
Andere legen mehr Wert darauf, dass das bestehende System modifiziert, verwandelt, verbessert werden muss. Für beide Ansichten gab es ein reges Für und Wider.
Vielleicht ist es sinnvoll beide Wege parallel zu beschreiten. Es ist jedoch eine Frage der Kapazität und des Einsatzes. Der Bürger-Patienten-Treff (BPT) wird wohl zunächst ein Forum für Information und Austausch über das Gesundheitssystem bleiben. Der Schulterschluss mit möglichst vielen Menschen, Patienten, Versicherten, Ärzten, Krankenschwestern, Arzthelferinnen, Therapeuten ist weiterhin die oberste Leitlinie. Aber neben dem BPT könnte sich eine andere Gruppe zusammenfinden, die sich mit ganz grundlegenden Veränderungen befasst. Das ist sicherlich auch notwendig. Wir können gespannt sein, ob jemand die Initiative ergreift.
Anschliessend wurde der Wunschzettel geschrieben. Sie können unseren Wunschzettel als PDF ausdrucken und ihn ebenfalls an entsprechende Minister oder Abgeordnete schicken.
Hier die PowerPoint-Präsentation als PDF
Wunschzettel zum Ausdrucken
Herr Professor Beske beim 7. Bürger Patienten-Treff am 12. November
6. Bürger-Patienten-Treff am 8. Oktober
Carsten von Wieding stellte einige Probleme bezüglich der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) da, und das diente vielen der 55 Teilnehmer sehr kritisch und kämpferisch nach zu fragen. Es zeigte sich deutlich, dass 1. die Sorgen groß sind, 2. wir als Schulterschluss-Kiel schon richtig pfeffrig fragen können. Es kam viel Pepp aber auch Sachverstand aus den Reihen der Teilnehmer.
5. Bürger-Patienten-Treff am 10. September
Im gut gefüllten Saal im Restaurant Seeburg hielt der Apotheker Dr. Uwe Schersch zu dem Thema „Medikamente, Pharma-Industrie, Rabattverträge“ einen Vortrag und versetzte nicht nur Patienten, sondern auch Ärzte und selbst Apotheker in ungläubiges Staunen, denn, wenn wir Patienten unsere bewährten Medikamente besorgen wollen, werden wir seit dem 1. April 2007 – spätestens aber seit dem 01.06.09 mit dem Inkrafttreten neuer Rabattverträge der AOK - in der Apotheke auf den Boden der neuesten Tatsachen gestellt. Wir bekommen die gewohnten und bewährten Medikamente sehr oft nicht mehr, es sei denn, wir leisten erhöhte Zuzahlungen oder übernehmen sogar die Gesamtkosten. Die Rabattverträge, welche die Krankenkassen mit den verschiedenen Pharmafirmen ausgehandelt haben, bestimmen, welches Medikament für uns „passend“ ist. Dies wurde den Krankenkassen vom Gesetzgeber ermöglicht, um Kosten zu sparen, und das ist in manchen Fällen auch sicherlich sinnvoll. Aber wenn sich Patienten auf Medikamente einstellen müssen, die sie nicht vertragen, wird dann wirklich gespart? Ärzte sollen nur noch den Wirkstoff auf dem Rezept vermerken oder den Austausch des verordneten Präparates gegen ein wirkstoffgleiches Arzneimittel durch den Apotheker gestatten. In der Apotheke „wirft“ dann der Computer– je nach Krankenkasse – das für den Austausch vorgeschriebene Medikament des Krankenkassen-Rabattpartners aus. Jede der über 200 Krankenkassen hat „eigene“ Rabatt-Medikamente. Das erfordert in den Apotheken eine enorme Lagerhaltung, schnelle Disposition, großen bürokratischen Aufwand, ständig neue Software und leistungsstärkere Computer, ohne die heute keine Apotheke mehr ein verschreibungspflichtiges Medikament für einen Kassenpatienten auswählen und abgeben kann.
Gleiches gilt für Hilfsmittel ( z.B. Inkontinenzprodukte ), die nach dem Motto: praktisch, zweckmäßig, preiswert für die Krankenkassen, wenn auch manchmal ungeeignet für Patienten, ausgehandelt wurden. Und die wohnortnahe Bedarfs-gerechte Rundumversorgung der Patienten wird auf diese Weise gefährdet.
Werden damit längerfristig wirklich Kosten gespart?
Auch zu diesem Thema gab es anschließend viele Diskussionsbeiträge.
Vortrag von Renate Hartwig am 3. September 2009 in Kiel
Es waren keine Phantasy-Geschichten, die wir von Renate Hartwig hörten – leider. Es ist Realität in unserem Land!
Wer noch nicht sensibilisiert war, wurde es auf jeden Fall durch den Vortrag, denn der Ausverkauf unseres sehr guten und am Patienten orientierten Gesundheitssystems hat längst begonnen, dank Politiker und Lobbyisten, der Kassenärztlichen Vereinigung und der gesetzlichen Krankenkassen, die bei dem Gesundheitsmilliardenspiel mit zweifelhaften Tricks aufwarten. Der Ausverkauf an private Kapitalinvestoren, die Arztpraxen und Kliniken zu Dumpingpreisen aufkaufen, ist voll im Gang. Den Einstieg amerikanischer Gesundheitskonzerne – die gerade den amerikanischen Präsidenten dank millionenschwerer Publicity daran hindern, ein soziales Krankenversicherungssystem zu etablieren – ebnet vor allem unsere Gesundheitsministerin mit ihren Fürsprechern den Weg. Und all das geschieht hinter unserem Rücken. Renate Hartwig berichtete über die jüngsten Recherchen, die noch Schlimmeres ahnen lassen: Es werde gemauschelt, betrogen, gelogen, extrem viel Geld hinterzogen, die Bevölkerung für dumm verkauft unter dem Deckmäntelchen höherer "standardisierter Qualität", bei der jegliche Ethik und Menschlichkeit auf der Strecke blieben.
Renate Hartwig hat unsere Courage gestärkt, weiterhin für ein menschliches und transparentes Gesundheitssystem zu kämpfen. Vielen Dank für die weite Reise nach Kiel.
Podiums-Diskussion im Rathaus Eutin am 30. August
Zukunft des Gesundheitssystems
4. Bürger-Patienten-Treff am 13. August
Mitten in den Ferien trafen sich knapp 40 Interessierte um über die Programme und Vorstellungen der verschiedenen Parteien zum Gesundeheitssystem zu debattieren. In kurzen Referaten wurden die jeweiligen Programme der SPD, CDU,FDP, Grünen, Linke, und Violetten vorgestellt und anschießend diskutiert.
Gesamteindruck: Schwierig, alle versprechen flächendeckende Rundum-Versorgung, vermischt mit einzelnen Details zu einer möglichen Realisierung. Es gibt wenig konkrete Angaben wie mehr Transparenz und öffentliche Diskussion gefördert werden kann.
Quintessenz: Die derzeitige Partei-Politik scheint wenig hilfreich zu sein in der Bewältigung anstehender Probleme. Können partei-freie Abgeordnete mehr bewirken?
Hier die PowerPoint-Präsentation mit unseren Forderungen als PDF
3. Bürger-Patienten-Treff am 9. Juli
zusammengefasst von Karin Meyer
Schon zum dritten Mal haben sich gestern, Donnerstag, 9.7. knapp 60 Menschen im Restaurant Seeburg an der Kiellinie zum Schulterschluss versammelt.
Eingeleitet wurde der Abend mit einem Referat von
Herrn Dr. Svante Gehring, einem jungen, sehr sympathischen internistischen Kassenarzt aus Norderstedt.
Noch 2004 hatte Deutschland ein sehr gutes ambulantes Gesundheitsversorgungssystem und stand nach OECD-Bericht im Vergleich von 39 Staaten an vorletzter Stelle mit der Höhe der Ausgaben.
Trotzdem wurde das 2004 beschlossene Gesundheits-Modernisierungsgesetz mit den unbezahlbaren Kosten begründet.
2007 folgte das Wettbewerbsstärkungsgesetz.
Reformfolgen:
• zentralistischer: Berlin entscheidet über uns in S-H.
• bürokratischer: DMP (Disease Management Programme), QM (Qualitätsmanagemant), Gesundheitsfonds usw.
• marktwirtschaftlicher: Pseudowirtschaftlicher, d.h. der „David“ einzelner Arzt wird gefesselt und geknebelt und dem „Goliath“ Krankenhauskapitalgesellschaften zum „Wettbewerb“ vorgeworfen.
• monopolistischer: Großklinikkonzerne übernehmen Artpraxen
• teurer: Erhöhung der Beiträge, Zuzahlungen, Praxisgebühr
Bis 2020 werden 15.000 Ärzte fehlen. ¼ der Bürger wird dann nicht mehr versorgt sein. Auf dem Land noch viel drastischer als in der Stadt. Unter den derzeitigen Umständen will keiner sich mehr niederlassen. Und die es versuchen wollen, erhalten keine Kredite mehr von den Banken. „Was, Herr Dr., Sie wollen nur von dem leben, was Sie von der GKV kriegen? Tun Sie erstmal noch andere Quellen auf, wo Sie Geld herkriegen: Igel-Leistungen, Privatpatienten, sonst kriegen Sie von uns keinen Praxis-Gründungskredit“
Insgesamt ein sehr lebendiger Abend, mit dem Protest-Song, einem "Ulla-Rap" und vielen interessanten Gedanken.
Gesundheitsforum: Gesundheitspolitik vor und nach der Bundestagswahl am 19. Juni
Prof. Fritz
Beske (Leiter des Instituts für Gesundheits-System-Forschung Kiel)
moderierte brillant und eröffnete die Diskussion mit der Frage nach Rationierung in unserem
Gesundheitssystem. Nach den m.E. zu langen, ausschweifenden Reden der
drei Politiker (D. Bahr, FDP; Dr. W. Wodarg, SPD; Dr. R. Koschorrek,
CDU) und vier Vertreter des Gesundheitswesens kam er zu dem Resümee,
dass Rationierung offen
diskutiert werden muss, da sie durch Vorgaben vom Gesundheitsministerium
praktiziert wird und ständig praktiziert werden muss (z.B. Budgetierung
ist Rationierung u.v.m.).
Diskussionsbeiträge zur flächendeckenden
Arztversorgung, zu MVZs, Ausschreibungen von Hilfsmitteln,
Mehrwertsteuersatz auf Arzneimittel, Transparenz der Geldströme, usw.
wurden von den Politikern häufig ziemlich pauschal beantwortet. z.B.
viele Mißstände entstünden eben durch die Mechanismen des Marktes.
Dabei leugnet die Politik jedoch, dass die Freigabe des
Gesundheitssystems auf dem Markt ja durch die Gesetzgebung verursacht
ist, was die Vertreter von KV, Kassen und Krankenhäusern hervorhoben.
Im Gesamtresümee bemängelte Prof. Beske den fast
unüberwindbaren Bürokratismus und die gewollte Undurchschaubarkeit
dieser Gesetze und Gesetzesvorschriften. Im Grundgesetz steht, dass
jedes Gesetz verständlich sein muss, aber davon sind wir meilenweit entfernt.
Wir waren 10
Vertreter von Schulterschluss und outeten uns mit unseren T-Shirts.
Während der Diskussion konnten wir mit gut formulierten, gezielten
Fragen unsere Initiative präsentieren und bekamen dafür sogar kräftigen
Beifall. Im Anschluss wurden unsere Flyer und Gespräche mit uns gerne
aufgegriffen.
Erstaunt hat die
Aussage der Politiker, dass sich nur ca. 50 der 614
Bundestagsabgeordneten mit Gesundheitspolitik befassen. Es wurde auch
zugegeben, dass da Überzeugungsarbeit einzelner Mitglieder nur sehr
schwer möglich ist und ein Abgeordneter bestätigte mir anschließend,
dass diese Überzeugungsarbeit von den verschiedenen Lobby-Gruppierungen
nur im Eigeninteresse geleistet wird.
Rückblickend ist es
bedrückend, dass alle Gruppierungen in jeweils ein bis zwei einzelnen
Punkten übereinstimmen, niemand jedoch eine zusammenhängende Vision
hat, wie unser Gesundheitswesen in transparente und solidarische Bahnen
zu lenken ist. Auch wie wir Beitragszahler in Entscheidungsprozesse
eingebunden werden können ist noch gar kein Thema. So bleibt zu
befürchten, dass immer nur Einzelinteressen verfolgt werden, und das
Flickwerk weitergeht. Die "Gesundheitspolitische Agenda 2009" des
Fritz-Beske Instituts wurde hier leider nicht diskutiert, obwohl sie
vielleicht den einzigen Gesamtansatz zur Verbesserung des
Gesundheitssystems darstellt.
Bürger-Patienten-Forum in Travemünde am 18. Juni
Über
100 Bürger-Patienten trafen sich in Travemünde um Erklärungen zu
bekommen für die Unzufriedenheit der Ärzte und über einige Regelungen
des Honorarsystems. Allgemeinarzt U. von Rath als Initiator begrüßte
die Gäste. Der 2. Vorsitzende der kassenärztlichen Vereinigung
Schleswig Holsteins (Dr. R. Ennenbach) und zwei Ärzte beschrieben die
Situation z.T. drastisch aus ihrer Sicht, nachdem eine Bürger-Patientin
sehr eindrücklich ihre Sorgen über das Gesundheitssystem der Zukunft
vorgetragen hatte. Wichtig war allen Teilnehmern, der Unterschied
zwischen der öffentlichen Berichterstattung in den Medien, und was man
zu hören bekommt, wenn man direkt mit Ärzten, Patienten, und anderen
Beteiligten ins Gespräch kommt.
Wir waren aus Kiel mit 4 Personen
dabei und haben uns sehr über die regsame Teilnahme der Bürger und auch
vieler Ärzte gefreut. Die Travemünder Initiative hat unsere T-Shirts
übernommen. Wir hoffen auf eine fruchtbare Zusammenarbeit und weitere
"Schulterschlüsse" in Schleswig-Holstein.
2. Kieler Bürger-Patienten-Treff am 11. Juni 2009
Diese Sitzung rief Betroffenheit unter den ca. 60 Anwesenden hervor, da klar wurde, wie wenig wir Einfluss nehmen können auf den Umgang mit unseren Beiträgen zu den gesetzlichen Krankenkassen, und wieviel Geld in zweifelhaften Kanälen versickert.
Daher stand am Ende die Frage im Raum: Was braucht jeder Einzelne um aktiv zu werden? Vielleicht sollten Seminare angeboten werden, oder kleine Heftchen herausgegeben werden, in denen die Vorgänge knapp aber verstehbar zusammengefasst werden. Daran wollen wir weiter arbeiten. Dabei
wird das von allen gewollte Solidarsystem immer weiter ausgehöhlt.
Wieder wurde uns klar, wie tendenziell verwirrend und einseitig die
Medien über diese Vorgänge berichten und wieviel Aktivität jeder
Einzelne aufbringen muss, um Einblick in die Vorgänge zu bekommen. Das
Gefühl der Hilflosigkeit, das angesichts der Komplexität in einem
auftaucht, gilt es zu durchbrechen und an einem Punkt, und sei es bei
der persönlichen Betroffenheit zu beginnen, sich gegen den
schleichenden Verkauf unseres Gesundheitssystems an Kapitalinvestoren
zu wehren. Das, was uns am Ende eines solchen Prozesses erwartet ist
ein geradezu menschenverachtender Umgang mit Patienten, die dann nur
noch als Wertschöpfungsobjekte herhalten müssen.
1. Kieler Bürger-Patienten-Treff am 14. 5. 2009
Mehr als 60 Interessierte kamen im Restaurant Seeburg zusammen, um den Schulterschluss zwischen Ärzten und Patienten zu üben.
Sabine
Petersen beleuchtete in einem lebendigen und engagierten Vortrag, wie
immer mehr Elemente der Marktwirtschaft in das eigentlich von Vertrauen
geprägte Verhältnis zwischen Arzt und Patient und in alle Bereiche der
Medizin einziehen. Das anschließende lebhafte Gespräch war trotz des
Engagements aller Beteiligten sehr sachlich. Dabei ging es vor allem um
die Klärung verschiedener Zusammenhänge, z.B. was ist ein Medizinisches
Versorgungszentrum (MVZ), was ist die Kassenärztliche Vereinigung (KV)
etc. Die ganze Veranstaltung war durchzogen von dem Entschuss, sich
nicht zu vereinzeln und spalten zu lassen.
Quintessenz: ES GEHT!!!Es
wurden viele Ideen zusammengetragen, wie die Aktion weitergetragen
werden kann. Das Regionale Praxisnetz Kiel hat seine Unterstützung
angeboten, damit wir als Bürger-Patienten uns eine notwendige Kompetenz
in vielen Fragen des Gesundheitssystems erarbeiten können. Es ist klar,
nur mit dem Bemühen die Vorgänge im Gesundheitssystem zu verstehen und
sich verantwortlich einzubringen, können
wir weiterkommen. Es herrschte eine wunderbare Aufbruchstimmung,
angefacht und ermutigt durch das Einspielen einer Sequenz von der
Massendemonstration im Münchener Olympiastadium, auf der 28.000
Menschen für den Erhalt einer menschlichen Medizin demonstriert haben. Hier die PowerPoint als PDF
Ankündigung in den Kieler Nachrichten am 13. 5. 09